TY - THES T1 - Die Effektivität präventiver Ausdauertrainingsprogramme : eine kontrollierte Längsschnittstudie zur Problematik der "Weekend Warrior" und der Intensitätswahl A1 - Auracher,Markus Y1 - 2007/04/30 N2 - Einleitung: Die Bedeutung eines Ausdauertrainings im Hinblick auf eine Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit und eine Gesundheitsprävention ist inzwischen gut belegt. Unsicherheit herrscht bzgl. der optimalen Trainingsgestaltung. Experten empfehlen an möglichst vielen Tagen relativ kurze Einheiten (20-40 min) mit moderater Intensität. Dieser Empfehlung können viele Personen nicht folgen, da sie nur am Wochenende ausreichend Zeit finden. In jüngerer Vergangenheit wird ferner in der Laienpresse häufig ein niedrig-intensives Training favorisiert, da ihm eine Fettstoffwechselaktivierung zugeschrieben wird. Es ergeben sich somit praxisrelevante Fragestellungen, die mittels einer kontrollierten Längsschnittstudie untersucht wurden. Zum einen sollte geprüft werden, ob die gleichmäßige Verteilung des Trainings über die Woche effektiver ist als eine Konzentration auf zwei aufeinander folgende Tage (weekend warrior). Zum anderen erscheint interessant, inwiefern eine Senkung der Trainingsintensität bei identischem Energieumsatz die Effektivität beeinträchtigt. Methodik: 51 untrainierte gesunde Probanden beiderlei Geschlechts (44±8 Jahre, 80±18 kg, VO2max: 37±9 ml*min-1*kg-1) wurden nach Eingangsuntersuchung mit stufenförmigem Laufbandtest (Bestimmung der 1,5-mmol-Schwelle (Schw.1,5)) stratifiziert randomisiert einer von drei Trainingsgruppen bzw. der Kontrollgruppe (n=13) zugeteilt. Die Teilnehmer der Trainingsgruppen absolvierten ein 12-wöchiges herzfrequenzgesteuertes Ausdauertraining mit identischem wöchentlichem Energieumsatz (=1400 kcal), jedoch differierender Trainingsintensität bzw. -frequenz. Gruppe RMT (regelmäßiges moderates Training, n=13) trainierte 5 Mal pro Woche 30 min mit einer Intensität von 90% der Schw.1,5. Gruppe WW (weekend warrior, n=12) trainierte wie RMT wöchentlich 2,5h mit 90% der Schw.1,5. Hier erfolgte das Training jedoch 2 Mal 75 min an aufeinander folgenden Tagen. Gruppe LOW (n=13) trainierte 5 Mal pro Woche bei einer um 15 min-1 niedrigeren HF als RMT (Verlängerung der Einheiten, um einen identischen Energieumsatz zu erzielen). Die Trainingseffekte wurden mittels eines Abschlusstests quantifiziert. Ergebnisse: Das Ausdauertraining (ca. 1400 kcal/Wo.) führte alle Trainingsteilnehmer zusammengefasst zu Verbesserungen der VO2max (p<0,001), Dauer des LB-Tests (p<0,001), Laktat- und HF-Leistungskurve (p<0,1/p<0,05), Schw.1,5 (p<0,001), HFRuhe (p<0,001), Körpergewicht (p<0,05), BMI (p<0,05), Körperfettanteils (p<0,1) sowie syst./diast. Ruheblutdruck (p<0,05; p<0,01). Dagegen wies keiner der relevanten Laborparameter (Cholges, HDL-Chol, LDL-Chol, Triglyzeride, Apolipoprotein A-1, Apo B und Homocystein) eine trainingsinduzierte Veränderung auf. Der Vergleich zwischen Programm WW und RMT ergab bei keinem Parameter einen signifikanten Unterschied. Insbesondere bei den leistungsphysiologischen Daten deuten wider Erwarten die absoluten Verbesserungen sogar eine höhere Wirksamkeit des Programms WW an. Die Analyse der Gesundheitsindikatoren zeigte ähnliche Trainingseffekte. Der Körperfettanteil verbesserte sich jedoch nur infolge des Programms RMT (p<0,05) und der syst. Ruheblutdruck nur bei Gruppe WW (p<0,05). Im Gegensatz zu Gruppe RMT war bei WW im Rahmen der Fragebogentests in einzelnen Kategorien keine Verbesserung zu verzeichnen. Schlussfolgerung: Die Effizienz eines dreimonatigen Ausdauertrainings wird im leistungsphysiologischen Bereich und im Hinblick auf kardiovaskuläre Risikofaktoren durch konzentriertes Training am Wochenende aus dieser Sicht nicht eingeschränkt. Entgegen den Empfehlungen spricht somit nichts dagegen, die Zahl der Einheiten zu reduzieren, wenn simultan die Dauer der Einheiten verlängert wird und der Energieumsatz konstant ist. Vergleiche bzgl. der Intensitätswahl zeigten insbesondere bei den submaximalen Leistungsparametern eine Überlegenheit des höher-intensiven Programms. HF- und Laktat-Leistungskurve verbesserten sich im Vergleich zur Kontrolle nur bei RMT (p<0,1), während sich im direkten Vergleich bei den Parametern PWC 150 (p<0,1) und Schw.1,5 (p<0,05) sogar eine signifikante Unterlegenheit der Gruppe LOW zeigte. Bei den Maximalwerten wurde, evtl. bedingt durch eine divergierende Ausbelastung (HFmax p<0,01), kein Unterschied sichtbar. Die Analyse der Gesundheitsdaten ergab keine Unterschiede. Der syst. Blutdruck wurde aber nur bei LOW verbessert, während die Fragebogendaten nur bei RMT Steigerungen der Skala "Aktiviertheit" (p<0,1) und "körperliche Effizienz" (p<0,1) zeigten. Schlussfolgerung: Wenn keine entsprechende medizinische Kontraindikation vorliegt, erscheint ein präventives Ausdauertraining mindestens mit einer Intensität von 90% der Schw.1,5 empfehlenswert. Abgesehen vom geringeren Zeitaufwand ist ein solches Regime, insbesondere wenn auch eine effiziente Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit angestrebt wird, günstiger. KW - Ausdauer KW - Ergometrie KW - Trainingsintensität KW - Trainingshäufigkeit KW - Aerobes Training KW - Prävention CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/1112 ER -