TY - THES T1 - Regionale Wertschöpfung durch optimierte Nutzung endogener Bioenergiepotenziale als strategischer Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung A1 - Hoffmann,Dunja Y1 - 2007/07/23 N2 - Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten einer optimierten endogenen Biomassenutzung zur Unterstützung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Weiter liefert sie ein Werkzeug zur Ermittlung der in der Region entstehenden Wertschöpfungseffekte durch die Aktivierung von Potenzialen und deren Umsetzung. Eine nachhaltige Regionalentwicklung zielt auf die Förderung der Aktivierung und Nutzung endogener Potenziale unter den Vorgaben der Nachhaltigkeit. Unter solchen Potenzialen werden u. a. immobile und weltweit weniger gesuchte, jedoch für die regionale Entwicklung wichtige natürliche Ressourcen verstanden, die häufig ineffizient genutzt oder noch ungenutzt in der Region vorhanden sind. Darunter fallen auch erneuerbare Energie-Potenziale sowie das Know-how zur Umsetzung dieser Energieträger in Anlagen. Die Bioenergie stellt für die Entwicklung der endogenen Ressourcen ein interessantes Handlungsfeld dar. Die bedingte Regelbarkeit, der dezentrale Anfall mit vergleichsweise geringem Energiegehalt und die stark variierende Konsistenz und Erscheinungsform der Energieträger stellen hohe Anforderungen an die technische Nutzung und führen zu höheren Investitionskosten und einem erhöhten Koordinations- und Planungsaufwand zur Aktivierung der Potenziale. Dies stellt jedoch wiederum eine Chance für regionale Akteure dar. Bei der Ermittlung von nutzbaren Bioenergiepotenzialen sind verschiedene Potenzialkategorien nach ihrer zeitlichen, technischen und ökonomischen Verfügbarkeit zu unterscheiden. Für die Umsetzung relevant sind die technisch/ökologischen Potenziale als mittel- bis langfristiges Umsetzungsmaximum sowie die kurzfristig verfügbaren Potenziale als Minimalmenge. Das tatsächlich umgesetzte Potenzial liegt in den meisten Fällen weit darunter. Die Umsetzung wird von verschiedenen Hemmnissen behindert, die unterschiedlich beeinflussbar sind. Zur Aktivierung der jeweiligen Potenziale und Ausräumung von Hemmnissen kann das Mittel des Stoffstrommanagements genutzt werden. Dieses umfasst Analyse, Steuerung und Kontrolle der Stoff- und Energieströme innerhalb eines bestimmten Systems und beschränkt sich nicht auf Einzelprodukte oder einzelne Stoffflüsse. Das Mittel des Stoffstrommanagements eignet sich besonders zur Unterstützung der Implementierung von Projekten im Bioenergiebereich. Um die Motivation der potenziellen Umsetzer besser zu verstehen und diese für die Umsetzung zu interessieren oder auf diese ggf. in Richtung der vorgesehenen Nachhaltigkeitsstrategie positiv einwirken zu können, müssen die Voraussetzungen bekannt sein, unter denen verschiedene Akteuren Entscheidungen treffen. Hierfür sind unterschiedliche Zielsetzungen relevant. Die Erfolgschancen sind umso höher, je weniger Hemmnisse im Vorfeld der Projektumsetzung auftreten. Zwar sind nicht alle potenziellen Hemmnisse absehbar und beeinflussbar, aber umsichtige und zielgerichtete Planung kann viele vermeiden, umgehen oder überwinden. Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung zur Umsetzung ist die klare Definition des zu erwartenden Ergebnisses. Hierbei nehmen Bioenergieprojekte eine Sonderrolle bei der Zielerreichung ein. Vor allem die Schaffung regionaler Werte wird in diesem Zusammenhang häufig diskutiert. Wegen der nur sehr unscharfen Definition konnte dieser Begriff bisher nur sehr allgemein und ohne quantitative Aussagen genutzt werden. Um die Argumentationslinie in dieser Hinsicht zu verbessern, wurde nach erfolgter Definition der Begrifflichkeiten eine Methodik entwickelt, wie die geschaffenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Werte abgebildet werden können. Positive Auswirkungen für die Region sind vor allem dann zu erwarten, wenn regionale Finanzkreisläufe geschlossen werden können und möglichst wenige externe Bezüge für regional angebotene Leistungen bei gleichem Preis erfolgen. Anhand der Region Naturpark Saar-Hunsrück konnte diese Methodik überprüft werden. Die Auswertung am Beispiel von 5 Biogasanlagen und 2 Holzheizungen stellt die jeweiligen Effekte auf die Region einander gegenüber. Ein Vergleich kann sowohl zwischen der Anlage und der entsprechenden konkurrierenden Alternative sowie zwischen den Anlagen untereinander erfolgen. Damit steht regionalen Akteuren ein Werkzeug zur Verfügung, das die Auswirkungen der energetischen Biomassenutzung darstellt. Mit diesem Wissen um die unterschiedlichen Effekte liegt es im Interesse der regionalen Entscheidungsträger, die für die Region positiven Effekte zu unterstützen und die negativen möglichst zu verhindern. Zu diesem Zweck können verschiedene "Stellschrauben" definiert werden, die eine Beeinflussung der jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen ermöglichen. Die strategische Planung der vorhandenen Bioenergieträger im Rahmen eines Biomasse-Masterplanes ermöglicht eine zielgerichtete regionale Nutzung zur Optimierung der Werte für die Region. KW - Wertschöpfung KW - Bioenergie KW - Bioenergieerzeugung KW - Regionalentwicklung KW - Ländliche Entwicklung KW - Erneuerbare Energien KW - Biogas KW - Potenzial CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/1156 ER -