TY - THES T1 - Charakterisierung einer neuen Amplifikationseinheit auf Chromosom 3q25-q26 beim Prostatakarzinom mit Hilfe molekular-zytogenetischer und quantitativer PCR-Techniken A1 - Kindich,Roland Y1 - 2008/01/10 N2 - Die Genamplifikation spielt in der Entstehung und Progression von Tumoren eine wichtige Rolle. Sie führt zu einer zunehmenden genomischen Instabilität und betrifft Onkogene, die für die Kontrolle und Regulation bestimmter zellulärer Prozesse zuständig sind. Im Prostatakarzinom konnten auf Chromosom 3q Gewinne von genetischem Material in 50% der Tumore nachgewiesen und auf die chromosomale Region 3q25-q26 eingegrenzt werden (Sattler et al. 1999, 2000). Entsprechend dem Ziel dieser Arbeit diese chromosomale Region im Prostatakarzinom zu charakterisieren und mögliche Zielgene der Amplifikation zu identifizieren, wurden FISH-Analysen an Prostatakarzinomzelllinien durchgeführt um die Amplifikationseinheit zu bestätigen und weiter einzugrenzen und quantitative real-time PCR und RT-PCRAnalysen an Prostatakarzinomzelllinien und Prostatakarzinomproben um ausgewählte Zielgene auf Amplifikation und mRNA-Überexpression zu testen (Jung et al. 2006). Zur Untersuchung der Genamplifikation wurde eine modifizierte real-time PCR-Methode entwickelt (Kindich et al. 2005), die zur quantitativen Bestimmung von DNA-Genkopienzahlen geeignet ist. Sie wurde am Beispiel zweier Gene auf Chromosom 8 validiert, die eine wichtige Rolle in der Entwicklung (NKX3.1, 8p21) und Progression (MYC, 8q24) des Prostatakarzinoms spielen. Als bester Parameter zur gleichzeitigen Identifizierung von frühen und fortgeschrittenen Tumoren wurde die Ratio NKX3.1/MYC bestimmt, die mit dem Tumorstadium (p=0,002) assoziiert und als möglicher signifikanter Prädiktor für eine Progression des Prostatakarzinoms nachgewiesen werden konnte (Kindich et al. 2006). Innerhalb der chromosomalen Region 3q25-q26 als amplifiziert nachgewiesene Gene konnten an Prostatakarzinomzelllinien und Prostatakarzinomproben mit Hilfe einer bereits etablierten real-time RT-PCR-Methode (Relquant, Roche) auf mRNA-Überexpression untersucht werden. Unter den am häufigsten amplifizierten (50%) und überexprimierten (100%) Genen konnte in den Prostatakarzinomproben das Gen TLOC1/SEC62 als Kandidatengen der Region nachgewiesen werden. Eine erhöhte Genkopienzahl und mRNA-Überexpression konnte durch Westernblot-Analysen bestätigt werden, die in Prostatakarzinomzelllinien eine bis zu 3,5-fache TLOC1/Sec62-Protein-Überexpression gegenüber der benignen Prostatazelllinie BPH1 nachgewiesen haben (Jung et al. 2006). Eine signifikante Korellation konnte zwischen einer erhöhten TLOC1/SEC62 Genkopienzahl und der Tumorprogression nachgewiesen werden (p=0,002). Das Protein TLOC1/Sec62 ist eine Komponente des Protein-Translokations-Apparates des Endoplasmatischen Retikulums (ER), dessen Funktion in der Karzinogenese des Prostatakarzinoms unbekannt ist. In der Hefe Saccharomyces cerevisiae und in Säugetieren ist TLOC1/Sec62 an der co- und post-translationalen Translokation von sekretorischen Proteinen und Membran-Proteinen durch die ER-Membran beteiligt. KW - Genamplifikation KW - Chromosom 3 KW - Prostatakrebs KW - Polymerase-Kettenreaktion CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2008/1412 ER -