TY - THES T1 - Exotismus und Kunst : interkulturelle, intermediale und diskursive Formen der Präsenz Afrikas in der Kunstszene in Québec A1 - Didié,Lucie Y1 - 2009/10/28 N2 - Die Präsenz Afrikas in der europäischen Kunstszene ist von Beginn an von kolonialen Beziehungen europäischer Staaten mit dem Kontinent geprägt. Mittels dieser Beziehungen gelangte afrikanische Kunst, insbesondere Skulptur, nach Europa. Dementsprechend intensiv entwickelte sich ein Dialog über die Bedeutung afrikanischer Kunst im Allgemeinen und später im 20. Jahrhundert im Besonderen über die Bedeutung afrikanischer Kunst für die europäische Moderne. Die koloniale Vergangenheit kann somit als ein wichtiger Faktor für die Auseinandersetzung mit afrikanischem Kunstschaffen gesehen werden. Nun stellt sich die berechtigte Frage, wie sich die Auseinandersetzung mit afrikanischer Kunst in jenen Ländern entwickelt hat, welche keine kolonialen Beziehungen mit Afrika nachweisen können. Der gesamte nordamerikanische Kontinent stellt ein solches Beispiel dar: Obwohl nahezu jegliche koloniale Beziehungen zu Afrika fehlen, ist eine Auseinandersetzung mit afrikanischer Kunst nachweisbar. Für die USA erklärt sich diese Präsenz durch das kulturelle Erbe der zahlreichen afrikanischen Sklaven, welche vor allem im 18. Jahrhundert eingeführt wurden. Im Falle Kanadas beziehungsweise der kanadischen Provinz Québec kann jedoch nicht unbedingt von einem Erbe afrikanischer Sklaven gesprochen werden, da es zu keiner nennenswerten Einfuhr (im Vergleich mit den USA) gekommen ist. Kanada entsandte zwar Missionare, Entdecker und Händler nach Afrika (zahlenmäßig der europäischen Präsenz deutlich unterlegen), im militärischen Kontext beteiligte sich Kanada als eine britische Kolonie an den Burenkriegen in Südafrika, jedoch besaß es keine afrikanische Kolonie. Die Frage nach der Präsenz und den möglichen Gründen für die künstlerische Darstellung Afrikas in Québec ist deshalb einer der Kernpunkte dieser Arbeit. Diese Präsenz kann verschiedene Ausdrucksformen annehmen, vor allem die Bereiche der Literatur, Musik, Kunst- und Firmproduktion offenbaren zahlreiche Beispiele. Zu den bekanntesten zählen die Manifestationen afrikanischer Kunst- und Kulturproduktion im Rahmen von Festivals, wie es der Fall bei dem "Festival Nuits d';Afrique" für Musik und Kunst, bei dem "Festival de Jazz" für Musik und bei dem "Festival Vues d';Afrique" für Film und Kunst ist. Kennzeichnend an dieser Präsenz ist die starke Dominanz Montréals gegenüber dem restlichen Québec; die Metropole kann mit ihren kulturellen Aktivitäten als das Zentrum afrikanischer (oder allgemein: multikultureller) Präsenz in Québec betrachtet werden. Diese zahlreichen Präsentationsformen in Québec und insbesondere in Montréal dürfen aber nicht als Spiegel der politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Québec und Afrika aufgefasst werden. Diese Beziehungen sind von einem eher geringen Interesse an Afrika geprägt, wohingegen sich die afrikanischen kulturellen Manifestationen großer Bekanntheit erfreuen. Gründe für diese Diskrepanz liegen in der Kulturpolitik Québecs und Montréals, die um eine adäquate Präsenz aller kulturellen Gemeinden bemüht ist und entsprechende Förderungsprogramme aufgestellt hat. KW - Exotismus KW - Afrika KW - Québec KW - Kunst CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2009/2463 ER -