TY - THES T1 - Typologische, chronologische und paläometallurgische Untersuchungen zu den frühkupferzeitlichen Kupferflachbeilen und Kupfermeißeln in Alteuropa A1 - Schmitz,Albert Y1 - 2004/12/14 N2 - Das Aibunar-Kupfer stellt das chronologisch früheste gegossene Material in Alteuropa dar. Der Hortfund von Karbuna enthält unterschiedliche Kupfersorten und legt - zusammen mit den Befunden aus Aibunar - nahe, dass der Beginn des Gusstechnik bereits im Spätneolithikum und hier v.a. im Bojan-Marica-Komplex (Karanovo V) zu suchen ist. Mit der Ausbreitung der Metallurgie im Übergang von der Frühkupferzeit I zur Frühkupferzeit II kommt es zu einer Differenzierung und Profanisierung der Flachbeile. Das kupferne Flachbeil der Frühkupferzeit II, wie es im karpatenländischen Bereich v.a. mit dem Szakálhát-Typ und seinen zahlreichen Varianten vorliegt, ist ein Multifunktionsgerät. Das hierfür verwendete Reinkupfer ist qualitativ kaum für Gebrauchsgegenstände geeignet. Im Zuge der Ausbreitung der Kupfermetallurgie vom Ostbalkan ins Karpatenbecken ändern sich Formen, Nutzung und schließlich auch das Material. Ab dem Ende der Frühkupferzeit II erscheinen in rascher Folge neue Kupfersorten, die neue Geräteformen ermöglichen. Gleichzeitig kommt es zum Verlust traditioneller Formen (Axthacken). Zunächst verdrängt das Nógrádmarcal-Kupfer, das durch eine regelhafte Kombination aus Antimon, Silber und Wismut gekennzeichnet ist, das Reinkupfer. Dabei werden alte Geräteformen noch beibehalten. Erst allmählich, unter dem Einfluss der Arsenkupfertechnologie aus östlichen Bereichen, kommt es zu neuen, materialreduzierten und sehr gebrauchsfähigen Geräteformen. Das Handlová-Kupfer basiert auf dem Nógrádmarcal-Kupfer und hat kaum eine Bedeutung. Spätestens mit der Frühkupferzeit III erreicht das metallurgische Know-how auch die bislang peripheren Gebiete Alteuropas. Nun sind lokale Produktionen in der Schweiz, dem Bodenseeraum, in Westdeutschland, Südskandinavien und Polen festzustellen. Das signifikante Material stammt aus dem oberösterreichischen Raum und lässt sich mit der Materialgruppe Mondsee verbinden. Die beginnende Mittelkupferzeit bietet nur noch wenige neue Formen. Es kommt zum Abriss der Schwergerätetradition und zu einem Niedergang der Metallurgie. KW - Metallurgie / Vor- und Frühgeschichte KW - Europa / Vor- und Frühgeschichte KW - Chalkolithikum KW - Kupferbeil KW - Meißel KW - Chronologie CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2004/407 ER -