TY - THES T1 - Bedeutung der Chitinoberfläche im Bereich der Windsinneshaare auf dem Kopf der Wanderheuschrecke Locusta migratoria A1 - Lang,Andreas Y1 - 2011/12/01 N2 - Locusta migratoria hat im oberen Teil des Kopfes windsensitive Sinneshaare, welche der Flugsteuerung dienen. Die Chitinoberfläche weist an dieser Stelle zusätzlich eine eigentümliche raue Struktur auf, die exakt auf den Bereich der Haarfelder beschränkt ist. Es stellt sich die Frage, ob diese Struktur die sensorische Funktion der Sinneshaare unterstützt. Ökologisch-systematische Vergleiche zwischen Heuschreckenarten mit unterschiedlichem Flugvermögen zeigen, dass insbesondere bei flugfähigen Arten ähnlich ausgeprägte Oberflächenstrukturen im Bereich von sensitiven Haaren existieren, was für eine spezielle Funktion dieser Struktur beim Flug spricht. Die aerodynamische Wirkung der Chitinoberfläche wird durch die Temperaturveränderung, die ein erwärmter Luftstrom auf das Chitin bewirkt, gemessen. Demnach fördert die raue Struktur den Temperaturausgleich bei Umströmungen mit ausgeprägten Querturbulenzen. Es ist bekannt, dass die Windhaare die Querturbulenzen der Flügelbewegung rezipieren und so die Flugbewegung stimulieren. Daraus ist zu folgern, dass die Rauigkeit des Chitins die Empfindlichkeit der Windhaare für diese Turbulenzen erhöht. Elektrophysiologische Versuche an einem Interneuron des Windhaarsystems (TCG) unter experimenteller Beeinflussung der Rauigkeit durch Besprühen mit Silikonöl bestätigen diese Vermutung. Die Oberflächenstruktur des Chitins unterstützt danach durch ihre aerodynamische Wirkung die sensorische Funktion der Windsinneshaare. KW - Wanderheuschrecke KW - Grenzschicht KW - Luftströmung KW - Oberflächenstruktur KW - Wahrnehmung CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2011/4493 ER -