TY - THES T1 - The linguistic construction of character relations in TV drama : doing friendship in Sex and the City A1 - Bubel,Claudia Y1 - 2006/05/04 N2 - Die vorliegende Arbeit ist im Bereich der angewandten Gesprächsanalyse angesiedelt und beschäftigt sich mit der Frage, wie Freundschaftsbeziehungen zwischen den Charakteren in Fernsehserien erfasst werden können. Sie fokussiert damit zum einen auf konstruierte Dialoge und zum anderen auf Beziehungsarbeit im Gespräch. Um mediale Beziehungsarbeit zu untersuchen, wird ein Modell zum screen-to-face discourse entworfen. Freundschaft wird als dialektischer Prozess zur Herstellung einer angemessenen Balance zwischen Assoziation und Dissoziation verstanden, der anhand von Gesprächsmustern deutlich gemacht werden kann. Zuschauer/-innen gleichen vernommene sprachliche Muster mit ihrem Wissen über das Gesprächsverhalten in bestimmten Beziehungskonstellationen ab und ziehen daraus Schlüsse über die sozialen Bande zwischen den Charakteren. Die Muster, die auf verschiedenen Gesprächsebenen Beziehung generieren, bezeichnet man als interaktionale Ausrichtungen (alignments / disalignment bzw. affiliation / disaffiliation). Zwei Praktiken, die solche Ausrichtungen bewerkstelligen, werden näher untersucht: Formen der Anrede und Frage-Antwort-Sequenzen. Die Adressiertheit der Rede (Kosenamen/Vornamen) häuft sich in Kontexten, in denen die Beziehung in irgendeiner Weise bedroht ist, und ermöglicht eine affiliation im Zuge von disaffiliative moves. Fragen werden hauptsächlich als pro-aktives Mittel zur affiliation eingesetzt und bilden das Kernstück vieler typischer Freundschaftsaktivitäten. Die interaktionalen Ausrichtungen unter den Sex and the City Charakteren wechseln ständig, wobei die Komplexität der Muster mit steigender Zahl der Gesprächsteilnehmerinnen steigt, bis hin zur Ausbildung interaktionaler Teams. Sich permanent verschiebende Muster der Interaktionsordnung auf der sozialen Mikroebene führen zur Aus- und Umbildung sozialer Beziehungen auf der gesellschaftlichen Makroebene. Durch die flexiblen Ausrichtungsmuster sind dabei auch Kritik und Widerspruch möglich und es kann zu einer inneren Differenzierung des Freundschaftskreises im Sinne einer community of practice kommen. Die vorliegende Arbeit leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Stilistik und medialen Kommunikation, sondern auch zur soziologisch orientierten Diskursanalyse. KW - Diskursanalyse KW - Freundschaft KW - Anrede CY - Saarbrücken PB - Universitäts- und Landesbibliothek AD - Postfach 151141, 66041 Saarbrücken UR - http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2006/598 ER -