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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-12005
URL: http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/1200/


Regeneration im leistungssportlichen Training : zur Wirkung verschiedener regenerativer Maßnahmen während und nach intensiven Trainingsphasen im Radsport

Regeneration in high performance sports : the effectiveness of different regenerative meaures during and after an intensive training period in cycling

Faude, Oliver

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SWD-Schlagwörter: Training , Trainingskontrolle , Trainingssteuerung , Trainingsprogramm , Regeneration , Trainingsperiodisierung , Erholung , Trainingsintensität
Freie Schlagwörter (Deutsch): aktive Erholung , aerobe Schwelle , Ermüdung , Anpassung , Überlastung
Freie Schlagwörter (Englisch): training, regeneration, active recovery, fatigue, over-reaching
Institut: SWI - Sportwissenschaftliches Institut
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
DDC-Sachgruppe: Sport
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Emrich, Eike (Prof. Dr. phil.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.02.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 26.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Ein Ungleichgewicht zwischen Beanspruchungen und Regenerationszeiten wird oft als Auslöser für ein Übertrainingssyndrom gesehen. Zur weiteren Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit scheint eine Erhöhung der Qualität des sportlichen Trainings notwendig. Der Trainingsprozess selbst ist schon ausgiebig untersucht, während eine Beurteilung geeigneter regenerativer Maßnahmen bislang nur unzureichend geschehen ist.
Ziel dieser Untersuchung war zum einen ein Vergleich von aktivem, sportartspezifischem Regenerationstraining von täglich einer Stunde vs. täglich drei Stunden Dauer im Anschluss an eine intensive zweiwöchige Trainingsphase im Radsport. Zum anderen sollte der Einfluss einer oralen Gabe von verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) auf das Ermüdungsverhalten während dieses Trainings beurteilt werden.
Insgesamt nahmen 15 männliche Radsportler der regionalen Spitzenklasse an dieser Studie teil. Die Probanden absolvierten im cross-over-Verfahren zweimal einen 24-tägigen Trainingszyklus. An eine drei- bis viertägige Run-in-Phase schloss sich ein in beiden Zyklen identisches 13-tägiges intensives Training (IT) an. Während dieser Zeit erhielt ein Teil der Probanden (n = 7) täglich BCAA, während die restlichen Sportler (n = 8) ein Placebopräparat zu sich nahmen. Anschließend folgte eine viertägige Trainingsphase, die aus täglichem aktivem Regenerationstraining mit einer Intensität entsprechend der aeroben Schwelle bestand. Die Dauer des täglichen Trainings war in randomisierter Reihenfolge in einem Zyklus eine Stunde (REG 1) und im anderen Zyklus drei Stunden (REG 3) pro Tag. Vor und nach IT sowie nach REG fanden jeweils identische Testtage statt, an denen verschiedene Tests zur Erfassung der aktuellen Leistungsfähigkeit und Beanspruchung durchgeführt wurden (u. a. Profile of Mood States (POMS), Ruheblutentnahme, fahrradergometrischer Stufentest, 30-minütiges Zeitfahren (TT)).
Weder das intensive Training noch die beiden unterschiedlichen Regenerationsphasen hatten einen Einfluss auf die Durchschnittsleistung in TT. Nach IT und REG 3 konnten allerdings erniedrigte mittlere Herzfrequenzen und Blutlaktatkonzentrationen während TT beobachtet werden. Die belastungsinduzierten Anstiege der Hormone Kortisol, Prolaktin und ACTH waren nach REG 3 ebenfalls signifikant erniedrigt. Das Verhalten während der beiden Regenerationsphasen war für den Kortisolanstieg signifikant unterschiedlich. Nach REG 1 konnte ein Wiederanstieg in Richtung der Ausgangswerte vor IT beobachtet werden.
Die im fahrradergometrischen Stufentest gewonnene Laktatleistungskurve war sowohl nach IT als auch nach REG 3 signifikant nach rechts verschoben. Dies ging jeweils mit einem Anstieg der individuellen anaeroben Schwelle (IAS) einher. Während REG 1 blieb die IAS konstant. Das Verhalten der IAS während der beiden Regenerationsphasen war signifikant unterschiedlich. Die Maximalwerte im Stufentest für Herzfrequenz und Laktatkonzentration waren nach IT und REG 3 signifikant erniedrigt. Nach REG 1 konnte bei beiden Parametern ein Wiederanstieg in Richtung der Ausgangswerte beobachtet werden. Das Verhalten während der beiden Regenerationsphasen war für diese beiden Parameter sowie für die Maximalleistung signifikant unterschiedlich.
Die meisten der in Ruhe gemessenen Laborparameter zeigten während der Trainigs- und Regenerationsphasen keine Veränderungen. Ein signifikant unterschiedliches Verhalten während der beiden Regenerationsphasen konnte für die Gesamtlymphozyten und die Natürlichen Killerzellen sowie für das POMS-Gesamtscore und dessen Subskalen Müdigkeit und Tatendrang beobachtet werden. Während die durch IT induzierten Veränderungen nach REG 3 verstärkt waren, konnte nach REG 1 ein Rückgang in Richtung der Ausgangswerte vor IT beobachtet werden.
In der vorliegenden Untersuchung konnte kein Einfluss einer Substitution mit verzweigtkettigen Aminosäuren auf Leistungsfähigkeit und Beanspruchungsverhalten gefunden werden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass bei vielen der untersuchten Parameter ein typisches Verhalten beobachtet werden konnte. Die Veränderungen während der beiden intensiven Trainingsphasen können dabei im Sinne einer gesteigerten Ausdauerleistungsfähigkeit bei gleichzeitigen Ermüdungsreaktionen gedeutet werden. Diese Veränderungen wurden durch täglich dreistündiges Training verstärkt, während die Ermüdungszeichen durch einstündiges Regenerationseinheiten rückgängig gemacht werden konnten.
Somit kann geschlussfolgert werden, dass niedrig-intensives, sportartspezifisches Training von täglich einer Stunde Dauer die Regeneration unterstützt, während dreistündiges Training eher zu einem beginnenden Überlastungszustand führt, so dass derartiges Training nicht im Regenerationsprozess eingesetzt werden sollte. Anhand der Ergebnisse dieser Studie ist eine BCAA-Substitution bei Sportlern regionalen Spitzenniveaus zur Vorbeugung von Überbeanspruchungen nicht zu empfehlen.
Kurzfassung auf Englisch: This randomized cross-over study aimed at comparing the regenerative effectiveness of 4 days low-intensity, discipline-specific training of 1 vs. 3 hours daily after two weeks of intensified training. 11 athletes completed two periods of 13 days intensive cycling training (IT) followed by 4 days of low-intensity regeneration cycling for either 1 or 3h each day. Before IT, after IT, and after regeneration subjects were tested in the laboratory: venous blood sampling, "profile of mood states'; (POMS), graded cycling test, 30-min time trial (TT). Maximal heart rates and lactate concentrations decreased significantly after IT. Peak power output, maximal heart rates and maximal lactate concentrations changed significantly different during regeneration. Whereas these parameters were similar to pre-training values after 1h regeneration, 3h regeneration led to further decreases. Power output during TT was neither affected by IT nor by regeneration. TT-induced increases in cortisol, ACTH, and prolactin were reduced only after 3h regeneration. Total POMS and subscores fatigue and vigor changed significantly different during regeneration, a return to pre-training levels after 1h regeneration and a further deterioration after 3h regeneration. It is concluded that low-intensity training of 1h duration each day is more appropriate for regeneration after an intensive training period than 3h.
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