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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-5955
URL: http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2006/595/


Power plays : the representation of mother-daughter disputes in contemporary plays by women ; a study in discourse analysis

Machtspiele : die Darstellung von Mutter-Tochter Streitgesprächen in zeitgenössichen Dramen von Frauen ; eine diskursanalytische Studie

Spitz, Alice

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SWD-Schlagwörter: Diskursanalyse
Freie Schlagwörter (Deutsch): Konfliktgespräche , Macht in sprachlicher Interaktion , Kontextualisierung
Freie Schlagwörter (Englisch): conflict talk , power in talk-in-interaction , contextualisation , community of practice , gender
Institut: Fachrichtung 4.3 - Anglistik, Amerikanistik und Anglophone Kulturen
Fakultät: Fakultät 4 - Philosophische Fakultät II
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Norrick, Neal R. Univ.-Prof
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.07.2005
Erstellungsjahr: 2005
Publikationsdatum: 21.04.2006
Kurzfassung auf Englisch: This thesis investigates women';s discursive practices in constructing and negotiating mother-daughter disputes and underlying power relationships. It is based on a corpus of contemporary plays by women, conflict talk being an essential feature of drama. The study pursues various strands of analysis. It attends to the turn-by-turn details of conflict talk as situated local interaction, it looks at aspects of the (para)linguistic choices speakers make in designing and delivering their utterances, and it considers the role of wider contextual aspects such as the participants'; gender, social identities and relationship for the production and interpretation of talk. In doing so, the study draws on a range of methodological frameworks that fall under the umbrella of interactional sociolinguistics, drawing, inter alia, on the analytical tools of conversation analysis, Gumperz'; concept of contextualisation and the notion of face (work) and politeness (Goffman, Brown & Levinson).
The study explores how the sequential organisation of mother-daughter disputes contributes to the contextualisation of this speech activity. In particular, it examines the procedures which highlight the adversative character of oppositional moves in mother-daughter arguments. It also looks at the types of argumentative actions that occur in these disputes and at the ways in which these actions and their responses are formatted and sequenced to uncover the dynamics of the delicate power play that can take place between mothers and daughters in conflict talk.
The results of this study call into question the still-prevalent notion of women as generally displaying an orientation towards cooperative, face-saving interaction and consent. They show that in examining women';s talk-in-interaction it is vital to adopt a context-sensitive approach, which takes into account such features as the situational context and interpersonal relationship aspects.
This research has implications for the study of naturally-occurring conflict talk, for although it looks at constructed dialogue, it yields insight into underlying patterns of knowledge about the workings of real disputes. It also contributes to a number of other research fields, including work on family interaction, intergenerational communication, female discourse, stylistics and power in talk-in-interaction.
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegenden Arbeit ist im Bereich der empirischen Diskursforschung angesiedelt und untersucht die Gesprächspraktiken, mit denen Mutter-Tochter-Streitgespräche und zu Grunde liegende Machtbeziehungen von den Beteiligten in der lokalen Interaktion (re-)konstituiert und ausgehandelt werden. Die Untersuchung basiert auf einem Korpus zeitgenössischer Theaterstücke von Frauen. Dramen bieten eine reiche Datenquelle für die Konfliktforschung, da die Mechanismen, die Alltagsgesprächen zu Grunde liegen, die Grundlage für die Gestaltung von Dramendialogen bilden. Die Studie behandelt eine Reihe von Fragen nach der Entstehung, Durchführung und Beendigung von Streitgesprächen sowie nach dem Zusammenhang zwischen Konflikt und Macht in (fiktionaler) Mutter-Tochter-Interaktion.
Die Arbeit verfolgt einen interaktionalsoziolinguistischen Ansatz der Diskursanalyse und integriert zwei Kontextaspekte in die Analyse verbaler Interaktion zwischen Müttern und Töchtern: den lokalen, sequenziellen Kontext von Äußerungen und den globalen soziokulturellen Kontext. Methodisch greift sie vor allem auf die Untersuchungsmethoden und -ergebnisse der ethnomethodologischen Konversationsanalyse zurück. Die Studie beinhaltet demnach eine Mikroanalyse von Gesprächen und untersucht die sequenzielle Abfolge von Redebeiträgen (Organisation des Sprecherwechsels, Präferenzorganisation und Verknüpfungstechniken), deren formale Eigenschaften (syntaktische Struktur, Lexis) sowie prosodische, paralinguistische und nonverbale Äußerungsaspekte. Die Verbindung von Detailanalysen mit ethnographischen und soziokulturellen Informationen ermöglicht es zu untersuchen, wie Konfliktgespräche von den Beteiligten gemeinsam interaktiv hergestellt werden, wie der Aktivitätstyp Streit kontextualisiert wird, und wie Teilnehmerinnen ihre sozialen Identitäten und (Macht-)Beziehungen im Verlauf von verbalen Auseinandersetzungen (re-)konstruieren und aushandeln.
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass es für die Untersuchung von Frauengesprächen notwendig ist, Generalisierungen über weibliches Gesprächsverhalten zu vermeiden und stattdessen einen kontext-sensitiven Ansatz zu verfolgen, der sowohl den situativen Kontext als auch verschiedene Aspekte der interpersonellen Beziehungen zwischen den Sprecherinnen mit einbezieht.
Die vorliegende Arbeit leistet somit einen Beitrag zu einer Reihe von Forschungsfeldern, so z.B. der linguistischen Konfliktforschung, der Forschung zu Familieninteraktion und intergenerationeller Kommunikation, der Forschung zu weiblichem Kommunikationsverhalten, der Erforschung von Macht in (sprachlicher) Interaktion und nicht zuletzt der Stilistik.

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