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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-11121
URL: http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/1112/


Die Effektivität präventiver Ausdauertrainingsprogramme : eine kontrollierte Längsschnittstudie zur Problematik der "Weekend Warrior" und der Intensitätswahl

The efficiency of preventive endurance training programs : a controlled longitudinal study to investigate the issue of the "weekend warrior'; and the selection of exercise intensity

Auracher, Markus

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SWD-Schlagwörter: Ausdauer , Ergometrie , Trainingsintensität , Trainingshäufigkeit , Aerobes Training , Prävention
Freie Schlagwörter (Englisch): endurance , training , intensity , frequency , ergometry
Institut: SWI - Sportwissenschaftliches Institut
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
DDC-Sachgruppe: Sport
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Emrich, Eike (Prof. Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 11.12.2006
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 30.04.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Einleitung: Die Bedeutung eines Ausdauertrainings im Hinblick auf eine Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit und eine Gesundheitsprävention ist inzwischen gut belegt. Unsicherheit herrscht bzgl. der optimalen Trainingsgestaltung. Experten empfehlen an möglichst vielen Tagen relativ kurze Einheiten (20-40 min) mit moderater Intensität. Dieser Empfehlung können viele Personen nicht folgen, da sie nur am Wochenende ausreichend Zeit finden. In jüngerer Vergangenheit wird ferner in der Laienpresse häufig ein niedrig-intensives Training favorisiert, da ihm eine Fettstoffwechselaktivierung zugeschrieben wird. Es ergeben sich somit praxisrelevante Fragestellungen, die mittels einer kontrollierten Längsschnittstudie untersucht wurden. Zum einen sollte geprüft werden, ob die gleichmäßige Verteilung des Trainings über die Woche effektiver ist als eine Konzentration auf zwei aufeinander folgende Tage (weekend warrior). Zum anderen erscheint interessant, inwiefern eine Senkung der Trainingsintensität bei identischem Energieumsatz die Effektivität beeinträchtigt.
Methodik: 51 untrainierte gesunde Probanden beiderlei Geschlechts (44±8 Jahre, 80±18 kg, VO2max: 37±9 ml*min-1*kg-1) wurden nach Eingangsuntersuchung mit stufenförmigem Laufbandtest (Bestimmung der 1,5-mmol-Schwelle (Schw.1,5)) stratifiziert randomisiert einer von drei Trainingsgruppen bzw. der Kontrollgruppe (n=13) zugeteilt. Die Teilnehmer der Trainingsgruppen absolvierten ein 12-wöchiges herzfrequenzgesteuertes Ausdauertraining mit identischem wöchentlichem Energieumsatz (=1400 kcal), jedoch differierender Trainingsintensität bzw. -frequenz. Gruppe RMT (regelmäßiges moderates Training, n=13) trainierte 5 Mal pro Woche 30 min mit einer Intensität von 90% der Schw.1,5. Gruppe WW (weekend warrior, n=12) trainierte wie RMT wöchentlich 2,5h mit 90% der Schw.1,5. Hier erfolgte das Training jedoch 2 Mal 75 min an aufeinander folgenden Tagen. Gruppe LOW (n=13) trainierte 5 Mal pro Woche bei einer um 15 min-1 niedrigeren HF als RMT (Verlängerung der Einheiten, um einen identischen Energieumsatz zu erzielen). Die Trainingseffekte wurden mittels eines Abschlusstests quantifiziert.
Ergebnisse: Das Ausdauertraining (ca. 1400 kcal/Wo.) führte alle Trainingsteilnehmer zusammengefasst zu Verbesserungen der VO2max (p<0,001), Dauer des LB-Tests (p<0,001), Laktat- und HF-Leistungskurve (p<0,1/p<0,05), Schw.1,5 (p<0,001), HFRuhe (p<0,001), Körpergewicht (p<0,05), BMI (p<0,05), Körperfettanteils (p<0,1) sowie syst./diast. Ruheblutdruck (p<0,05; p<0,01). Dagegen wies keiner der relevanten Laborparameter (Cholges, HDL-Chol, LDL-Chol, Triglyzeride, Apolipoprotein A-1, Apo B und Homocystein) eine trainingsinduzierte Veränderung auf.
Der Vergleich zwischen Programm WW und RMT ergab bei keinem Parameter einen signifikanten Unterschied. Insbesondere bei den leistungsphysiologischen Daten deuten wider Erwarten die absoluten Verbesserungen sogar eine höhere Wirksamkeit des Programms WW an. Die Analyse der Gesundheitsindikatoren zeigte ähnliche Trainingseffekte. Der Körperfettanteil verbesserte sich jedoch nur infolge des Programms RMT (p<0,05) und der syst. Ruheblutdruck nur bei Gruppe WW (p<0,05). Im Gegensatz zu Gruppe RMT war bei WW im Rahmen der Fragebogentests in einzelnen Kategorien keine Verbesserung zu verzeichnen. Schlussfolgerung: Die Effizienz eines dreimonatigen Ausdauertrainings wird im leistungsphysiologischen Bereich und im Hinblick auf kardiovaskuläre Risikofaktoren durch konzentriertes Training am Wochenende aus dieser Sicht nicht eingeschränkt. Entgegen den Empfehlungen spricht somit nichts dagegen, die Zahl der Einheiten zu reduzieren, wenn simultan die Dauer der Einheiten verlängert wird und der Energieumsatz konstant ist.
Vergleiche bzgl. der Intensitätswahl zeigten insbesondere bei den submaximalen Leistungsparametern eine Überlegenheit des höher-intensiven Programms. HF- und Laktat-Leistungskurve verbesserten sich im Vergleich zur Kontrolle nur bei RMT (p<0,1), während sich im direkten Vergleich bei den Parametern PWC 150 (p<0,1) und Schw.1,5 (p<0,05) sogar eine signifikante Unterlegenheit der Gruppe LOW zeigte. Bei den Maximalwerten wurde, evtl. bedingt durch eine divergierende Ausbelastung (HFmax p<0,01), kein Unterschied sichtbar. Die Analyse der Gesundheitsdaten ergab keine Unterschiede. Der syst. Blutdruck wurde aber nur bei LOW verbessert, während die Fragebogendaten nur bei RMT Steigerungen der Skala "Aktiviertheit" (p<0,1) und "körperliche Effizienz" (p<0,1) zeigten. Schlussfolgerung: Wenn keine entsprechende medizinische Kontraindikation vorliegt, erscheint ein präventives Ausdauertraining mindestens mit einer Intensität von 90% der Schw.1,5 empfehlenswert. Abgesehen vom geringeren Zeitaufwand ist ein solches Regime, insbesondere wenn auch eine effiziente Verbesserung der Ausdauerleistungsfähigkeit angestrebt wird, günstiger.
Kurzfassung auf Englisch: Introduction: The meaning of endurance training with respect to improving endurance performances and cardiovascular risk factor modification has been well documented. However, uncertainty still prevails on the ideal composition of endurance training. Experts recommend relatively short sessions (20-40 min) of moderate intensity, distributed over a maximum number of days per week. Many people are unable to follow this recommendation, as their endurance activities are limited to weekends. Furthermore, the lay press has, in recent years, propagated low-intensity training, as it is frequently attributed a capacity to stimulate fat metabolism. The intention of the present controlled longitudinal study was to clarify both of the following questions of practical relevance: Firstly, it was intended to prove that an even distribution of training sessions over the week is more effective than cumulating the training load on two consecutive days (weekend warrior). A second matter of interest was to see if the efficiency of the training remains unimpaired if the intensity of exercise is reduced, but the total energy expenditure is simultaneously kept constant.
Methods: 51 both male and female healthy untrained subjects (44±8 yrs, 80±18 kg, VO2max: 37±9 ml*min-1*kg-1) were randomised and stratified and assigned to three training groups or respectively a control group (no training, n=13), after initial examination including stepwise incremental treadmill ergometry (determination of the 1.5 mmol-threshold (Thr.1.5). Over a period of 12 weeks, participants in the training groups performed a heart rate monitored endurance training with identical weekly energy expenditure (=1400 kcal), but differing intensity or frequency. Group MRT (moderate regular training, n=13) trained 5 times per week, 30 min each, with an intensity of 90% of Thr.1.5. Group WW (weekend warrior, n=12), like MRT, trained 2.5 hours weekly at the same intensity, but only in 2 sessions with a duration of 75 min on consecutive days. Group LOW (n=13) conducted 5 sessions per week, intensity 15 bpm below MRT, duration proportionally longer in order to maintain the same energy output as MRT. For each group, the training effect was quantified in a final endurance test and examination.
Results: Endurance training (approximately 1400 kcal/wk.) led participants of all training groups together to improvements in VO2max (p<0.001), treadmill duration (p<0.001), lactate performance curve (p<0.1) and exercise HR (p<0.05), resting HR (p<0.001), Thr.1.5 (p<0.001), body weight (p<0.05), BMI (p<0.05), body fat (p<0.1) as well as syst./diast. blood pressure (p<0.05; p<0.01). Simultaneously, none of the relevant laboratory parameters (Cholges, HDL-Chol, LDL-Chol, triglyceride, apolipoprotein A-1, apo B und homocysteine) showed any training-induced changes.
Comparison of the results of group WW and MRT showed no significant differences. Contrary to the expectations, absolute improvements even indicated a better efficacy of WW program. Analysis of cardiovascular risk modification showed similar training effects. However, the body fat value improved only in MRT (p<0.05), and systolic blood pressure only in WW (p<0.05). In contrast to the results of MRT, there were no improvements in any categories of the used questionnaire for WW. In conclusion it can be stated that the efficacy of a three-month endurance training program for the improvement of endurance capacity and cardiovascular risk modification seems unaffected by cumulating the training load on the weekends. Contrary to the above mentioned recommendations, it is not detrimental to decrease the number of training sessions, if the duration of each session is extended in order to keep the energy expenditure constant.The higher intensity showed superior training benefits, especially in the comparison of the sub maximal parameters in endurance capacity. In comparison to control group, the exercise heart rate and lactate performance curve improved only in group MRT (p<0.1), while the direct comparison of PWC 150 and Thr.1,5 showed a significant inferiority of group LOW. Analysis of maximal values did not indicate any differences. This might be due to differing degrees of effort (HFmax p<0.01). Analysis of cardiovascular risk factors showed no differences between the groups. However, resting systolic blood pressure only improved in LOW, while the analysis of the questionnaire data only showed improvements in MRT in the categories "activation'; (p<0.1) and "corporal efficiency'; (p<0.1). In conclusion it can be stated that in the case of no medical contra indications, a preventive endurance training with an intensity at least 90% of Thr.1.5 appears to be recommendable. Besides the fact that it is much less time-consuming, such a training is favourable-especially if the aim is to increase endurance capacity.
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