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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-11561
URL: http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2007/1156/


Regionale Wertschöpfung durch optimierte Nutzung endogener Bioenergiepotenziale als strategischer Beitrag zur nachhaltigen Regionalentwicklung

Regional added value by optimized utilization of endogenous bioenergy potentials as a strategic contribution to a sustainable regional development

Hoffmann, Dunja

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SWD-Schlagwörter: Wertschöpfung , Bioenergie , Bioenergieerzeugung , Regionalentwicklung , Ländliche Entwicklung , Erneuerbare Energien , Biogas , Potenzial
Freie Schlagwörter (Deutsch): Regionale Wertschöpfung , endogene Regionalentwicklung , nachhaltige Regionalentwicklung , erneuerbare Energien
Freie Schlagwörter (Englisch): regional added value , renewable energies , bioenergies , regional development , biogas , potential , indicator
Institut: Fachrichtung 5.4 - Geographie
Fakultät: Fakultät 5 - Philosophische Fakultät III
DDC-Sachgruppe: Management
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Helfer, Malte (HD Dr.)
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 03.05.2007
Erstellungsjahr: 2007
Publikationsdatum: 23.07.2007
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten einer optimierten endogenen Biomassenutzung zur Unterstützung einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Weiter liefert sie ein Werkzeug zur Ermittlung der in der Region entstehenden Wertschöpfungseffekte durch die Aktivierung von Potenzialen und deren Umsetzung.
Eine nachhaltige Regionalentwicklung zielt auf die Förderung der Aktivierung und Nutzung endogener Potenziale unter den Vorgaben der Nachhaltigkeit. Unter solchen Potenzialen werden u. a. immobile und weltweit weniger gesuchte, jedoch für die regionale Entwicklung wichtige natürliche Ressourcen verstanden, die häufig ineffizient genutzt oder noch ungenutzt in der Region vorhanden sind. Darunter fallen auch erneuerbare Energie-Potenziale sowie das Know-how zur Umsetzung dieser Energieträger in Anlagen. Die Bioenergie stellt für die Entwicklung der endogenen Ressourcen ein interessantes Handlungsfeld dar. Die bedingte Regelbarkeit, der dezentrale Anfall mit vergleichsweise geringem Energiegehalt und die stark variierende Konsistenz und Erscheinungsform der Energieträger stellen hohe Anforderungen an die technische Nutzung und führen zu höheren Investitionskosten und einem erhöhten Koordinations- und Planungsaufwand zur Aktivierung der Potenziale. Dies stellt jedoch wiederum eine Chance für regionale Akteure dar.
Bei der Ermittlung von nutzbaren Bioenergiepotenzialen sind verschiedene Potenzialkategorien nach ihrer zeitlichen, technischen und ökonomischen Verfügbarkeit zu unterscheiden. Für die Umsetzung relevant sind die technisch/ökologischen Potenziale als mittel- bis langfristiges Umsetzungsmaximum sowie die kurzfristig verfügbaren Potenziale als Minimalmenge. Das tatsächlich umgesetzte Potenzial liegt in den meisten Fällen weit darunter. Die Umsetzung wird von verschiedenen Hemmnissen behindert, die unterschiedlich beeinflussbar sind. Zur Aktivierung der jeweiligen Potenziale und Ausräumung von Hemmnissen kann das Mittel des Stoffstrommanagements genutzt werden. Dieses umfasst Analyse, Steuerung und Kontrolle der Stoff- und Energieströme innerhalb eines bestimmten Systems und beschränkt sich nicht auf Einzelprodukte oder einzelne Stoffflüsse. Das Mittel des Stoffstrommanagements eignet sich besonders zur Unterstützung der Implementierung von Projekten im Bioenergiebereich.
Um die Motivation der potenziellen Umsetzer besser zu verstehen und diese für die Umsetzung zu interessieren oder auf diese ggf. in Richtung der vorgesehenen Nachhaltigkeitsstrategie positiv einwirken zu können, müssen die Voraussetzungen bekannt sein, unter denen verschiedene Akteuren Entscheidungen treffen. Hierfür sind unterschiedliche Zielsetzungen relevant. Die Erfolgschancen sind umso höher, je weniger Hemmnisse im Vorfeld der Projektumsetzung auftreten. Zwar sind nicht alle potenziellen Hemmnisse absehbar und beeinflussbar, aber umsichtige und zielgerichtete Planung kann viele vermeiden, umgehen oder überwinden.
Ein wichtiger Faktor für die Entscheidung zur Umsetzung ist die klare Definition des zu erwartenden Ergebnisses. Hierbei nehmen Bioenergieprojekte eine Sonderrolle bei der Zielerreichung ein. Vor allem die Schaffung regionaler Werte wird in diesem Zusammenhang häufig diskutiert. Wegen der nur sehr unscharfen Definition konnte dieser Begriff bisher nur sehr allgemein und ohne quantitative Aussagen genutzt werden. Um die Argumentationslinie in dieser Hinsicht zu verbessern, wurde nach erfolgter Definition der Begrifflichkeiten eine Methodik entwickelt, wie die geschaffenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Werte abgebildet werden können. Positive Auswirkungen für die Region sind vor allem dann zu erwarten, wenn regionale Finanzkreisläufe geschlossen werden können und möglichst wenige externe Bezüge für regional angebotene Leistungen bei gleichem Preis erfolgen. Anhand der Region Naturpark Saar-Hunsrück konnte diese Methodik überprüft werden. Die Auswertung am Beispiel von 5 Biogasanlagen und 2 Holzheizungen stellt die jeweiligen Effekte auf die Region einander gegenüber. Ein Vergleich kann sowohl zwischen der Anlage und der entsprechenden konkurrierenden Alternative sowie zwischen den Anlagen untereinander erfolgen. Damit steht regionalen Akteuren ein Werkzeug zur Verfügung, das die Auswirkungen der energetischen Biomassenutzung darstellt. Mit diesem Wissen um die unterschiedlichen Effekte liegt es im Interesse der regionalen Entscheidungsträger, die für die Region positiven Effekte zu unterstützen und die negativen möglichst zu verhindern. Zu diesem Zweck können verschiedene "Stellschrauben" definiert werden, die eine Beeinflussung der jeweiligen regionalen Rahmenbedingungen ermöglichen. Die strategische Planung der vorhandenen Bioenergieträger im Rahmen eines Biomasse-Masterplanes ermöglicht eine zielgerichtete regionale Nutzung zur Optimierung der Werte für die Region.
Kurzfassung auf Englisch: This paper examines the potential of endogenous bio-energy opportunities as a solution for sustainable regional energy generation needs. Furthermore, it offers a tool for calculating the added value provided by the utilization of local resources and services in a given region.

A sustainable regional development aims to utilize endogenous resources as long as they meet the requirements of sustainability. Many are used inefficiently or are not used at all. These include, but are not limited to, renewable energy sources and the knowledge for their utilization. Bio-energy offers a viable alternative for regional energy production. However, limited adjustability, decentralized resources, comparatively low energy content and large variations in consistency put high demands on the technical side of utilization. Historically, this situation leads to higher investment costs and the need for greater precision in planning and coordination. These circumstances highlight opportunities for local regional companies or other entities.
While identifying bio-energy resources, it is important to categorize them according to their short-term available potentials to start the processes and to create infrastructure. After the first implementation the long-term available technical and ecological potentials can be developed. This category represents the maximum of the potential available for implementation.
To better understand the motivation of potential investing organizations and to arouse their interest for implementation, the requirements of these different organizations need to be understood. The chances, of convincing an investor to move forward with implementation, are greater when the number of obstacles are few. With a focus on cautious planning and overcoming obstacles, many of the investor';s pre-existing concerns can be alleviated.
One of the more important factors needed, before almost any planning or serious talks can begin, is the definition of the main goals of the project for the implementing organization. Besides economic reasons, there can also be other main aims to be targeted by the project, such as environmental protection or generating regional added value. In debates about the positive effects of bio-energy projects this last aspect is discussed widely. The effects of regional added value stayed up to now on a non measurable level. The causes were mostly inconsistent definitions and the lack of a model able to calculate the results of implementing bio energy projects in a region.
In order to expedite the calculation of these important figures, the author presents a field tested method for confidently arriving at useful values. This methodology takes into consideration the ecological, economical and social impact of a given a biomass project';s implementation.
The developed methodology was tested by means of the region Saar-Hunsrück Nature Park. Five bio-gas plants and two heating plants were evaluated for their performance and for their effects on the region. The model enables a comparison between the different plants as well as between them and plants of competing alternatives. Regional authorities could then be presented with a tool for confidently measuring the possible results of various bio-energy utilization technologies. With this knowledge at hand, they could then make an informed decision toward a positive effect for their region. This tool allows the definition of adjustable parameters, and therefore it is able to influence the regional framework.
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