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Dissertation zugänglich unter
URN: urn:nbn:de:bsz:291-scidok-34821
URL: http://scidok.sulb.uni-saarland.de/volltexte/2011/3482/


From community interpreting to discourse interpreting : a Triadic Discourse Interpreting Model (TRIM)

Vom "Community Interpreting" zum Diskursdolmetschen : ein triadisches Diskursdolmetschen-Modell (TRIM)

Jiang, Lihua

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SWD-Schlagwörter: Kommunaldolmetschen , Diskursanalyse , Rolle
Freie Schlagwörter (Englisch): Community Interpreting , interpreter's role , discourse interpreting filters
Institut: Fachrichtung 4.6 - Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen
Fakultät: Fakultät 4 - Philosophische Fakultät II
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Dissertation
Hauptberichter: Gerzymisch-Arbogast, Heidrun (Prof. Dr.)
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 12.02.2009
Erstellungsjahr: 2008
Publikationsdatum: 05.01.2011
Bemerkung: Abweichende Namensform der Druckausg.: Jiang-Qin, Lihua
Kurzfassung auf Englisch: While conference interpreting has developed as a fairly well-established discipline in terms of concepts and methods, interpreter-mediated community, so-called Community Interpreting is still a neglected research topic despite its growing importance and recognition. Communication problems associated with the interpreter's presence and actions have come into the focus of discussion, leading to such opposing views of the interpreter as a "verbatim" reproducer of messages in another language on the one hand or as "advocator", "cultural broker" or "conciliator" on the other hand. However, none of the existing literature explores the interrelationship of the individual parameters in the context of specific communication event with a view to determining the interpreter's role within the scenario. This paper aims at exploring the interpreter';s scope of action in a given situation. In order to discuss this, static and dynamic parameters are established and described in a triadic discourse communication when an interpreter reproduces a target message. This interplay is assumed to take place in the form of a number of Interpreting Filters (IF) through which a source message (M) passes to become a target message (M'). This whole system is referred to as the Triadic Discourse Interpreting Model (TRIM). Within the model, the filters interrelate static components describing the parameter "ingredients" of a basic interpreter-mediated communication and dynamic components showing the flow of an original message M through a series of filters (i.e. discourse purpose filter, coherence filter, knowledge filter, isotopy filter, interest filter) as decision-making stages to become different types of M' (zero M', partially invariant M' with two categories, variant M', invariant M').
Kurzfassung auf Deutsch: Die vorliegende, in englischer Sprache verfasste Dissertation handelt vom "Community Interpreting", d.h. dem zwei- oder mehrsprachigen Dolmetschen in einer Gesprächssituation, in der bilateral bzw. retour in und aus einer Muttersprache gedolmetscht wird. Während sich das Konferenzdolmetschen in seinen Ausprägungen als Simultan- und Konsekutivdolmetschen heute klar in Begriff und Methode etabliert hat und dadurch zum Ausgangspunkt vieler Forschungsfragen und Bemühungen geworden ist, ist das "Community Interpreting" in Begriff und Methode bis heute unklar und wird in seinen Bedingungen und Problemen kontrovers diskutiert. Die vorliegende Arbeit will einen Beitrag zur Erforschung dieses komplexen Gegenstandsbereichs leisten, indem Faktoren herausgearbeitet, systematisiert und in ihrem Zusammenspiel gezeigt werden, die Einfluss auf die heute noch zum Teil unbewussten Entscheidungen der DolmetscherIn in der aktuellen Kommunikationssituation haben. Damit soll der DolmetscherIn eine Orientierungshilfe gegeben werden, sich in einer konkreten Dolmetschung bewusst für eine strategische Dolmetschvariante und Vorgehensweise zu entscheiden. Nach einer Darstellung des Phänomens und seiner Problematik in Kapitel 1 wird in Kapitel 2 auf die Vielfalt der Bezeichnungsweisen und Forschungsansätze in diesem Bereich eingegangen, wie sie sich vor dem Hintergrund der heutigen Literaturlage im Wesentlichen in den so genannten "Migrationsländern" USA, Australien, Kanada, Südafrika und Schweden aus der praktischen Notwendigkeit heraus entwickelt hat. Kapitel 3 widmet sich der aktuellen kontrovers diskutierten Rollenproblematik im Bereich des Community Interpreting, wobei insbesondere auf den Gegensatz der beiden grundsätzlich konträren Aktionsmöglichkeiten, der "verbatim" und der Kulturmittelnden, "mediatorischen" Dolmetschung, eingegangen wird. Der Unterschied in der Vorgehensweise liegt dabei darin, dass beim "verbatim" Dolmetschen möglichst nahe am Original gedolmetscht wird (z.B. bei Gerichtsverhandlungen und polizeilichen Verhören) und andererseits beim mediatorischen Dolmetschen die relativ aktive Dolmetschung im Vordergrund steht (z.B. beim Krankenhaus- und Behördendolmetschen). Auf der Basis dieser Rollenproblematik wird in Kapitel 4 das Community Interpreting in den theoretischen Rahmen der Diskursanalyse gestellt und das Verständnis des Begriffs Diskursdolmetschen in der vorliegenden Arbeit dargelegt. Dafür ist grundsätzlich, dass in der Dolmetsch-Triade von einem kooperativen, zielorientierten Verhalten aller Kommunikationspartner ausgegangen werden muss und die DolmetscherIn als "dritter" Kommunikationspartner gleichberechtigt mit den primären Kommunikationspartnern für den Erfolg der Kommunikation durch Herstellung der Kohärenz im bi- oder multikulturellen Diskurs mit-verantwortlich ist. Ausgehend von diesem Grundverständnis werden in Kapitel 5 die Handlungsparameter zusammengestellt, die in den beiden Verhaltensweisen ("verbatim" vs "mediatorisch") unterschiedlich sind. Dabei werden statische und dynamische Parameter unterschieden und die Dolmetschsequenz auf eine Tetrade als dynamischem Wechsel der Botschaften zwischen den Kommunikationspartnern A und B und der Dolmetschung dieser Botschaften durch den Dolmetscher I festgelegt. Es wird angenommen, dass eine Originalbotschaft M durch die Filter "Diskurszweck", "Kohärenz" (unterteilt in "thematische" und "isotopische Kontinuität"), "Weltwissen" und individuelle ad hoc "Interessenlage" zu einer gedolmetschten Varianten M' als Null-Botschaft (TYP I), partiell variante Botschaft (TYP II und TYP III) in zwei Ausprägungen (Kategorie 1 und 2), variante "'mediatorische" Botschaft (TYP IV) und als invariante Botschaft (TYP V) gefiltert wird. Die Filter werden entsprechend bezeichnet.Filter und Varianten werden in einem Entscheidungsbaum dargestellt und die Bedingungen für die verschiedenen Outputvarianten M' beschrieben. So wird das Zusammenspiel von statischen und dynamischen Parametern in der aktuellen Dolmetschsituation über die Annahme verschiedener Diskursdolmetschfilter modellierbar. Diese Modellierung wird als Triadic Discourse Interpreting Model (TRIM) bezeichnet. So kann die Dolmetscherin in der konkreten Situation ad hoc entscheiden, inwiefern eine "verbatim" Dolmetschung oder eine mediatorische Dolmetschung vonnöten ist. In Kapitel 6 wird das Modell auf eine chinesisch-englische Dolmetschung vor Gericht angewendet, die von der Hong Kong Baptist University zur Verfügung gestellt wurde. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Dolmetschung von Einzelaussagen in einer in der. Regel als "verbatim" Dolmetschsituation betrachteten der Gesamthandlung des Gerichtsdiskurses (Kreuzverhör) ausfallen kann. Die sich ergebenden Varianten werfen ein Licht auf Kenntnisstand und Entscheidungsspielraum der Dolmetscherin und belegen so die Anwendbarkeit des vorgelegten Modells. In einem Schlusskapitel wird das Ergebnis zusammengefasst und Perspektiven für die Forschung, Didaktik und Praxis entworfen. Im Anhang wird das transkribierte Original und Verdolmetschung der Gerichtsverhandlung mit wörtlicher Übersetzung der chinesischen Passagen in das Englische vorgelegt.
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