Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-46781
Titel: Retrospektive, anonymisierte Studie zum methodischen Vergleich von digitalen und analogen Modellanalysen in der Kieferorthopädie
VerfasserIn: Reinstädtler, Tim
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2025
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Die nachfolgende Arbeit vergleicht die digitale Analyse kieferorthopädischer Modelle mit der analogen Modellanalyse. Die Durchführung der Untersuchungen erfolgte an Gipsmodellen von n=50 Patienten der Klinik für Kieferorthopädie des Universitätsklinikums des Saarlandes, wobei zwischen Modellen des Wechselgebisses und der zweiten Dentition unterschieden wurde (Wechselgebiss n=25, zweite Dentition n=25). Es wurden verschiedene Streckenmessungen zur Erhebung der benötigten Parameter sowohl analog als auch digital durchgeführt. Als Referenz für die zu ermittelnden Werte diente der „Befundbogen für den Kursus der kieferorthopädischen Behandlung I/II“ der Klinik für Kieferorthop ädie des Universitätsklinikums des Saarlandes. Weiterhin erfolgte eine Messung der zur Auswertung eines Modellpaares benötigten Zeit. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit war, ob Unterschiede zwischen der digitalen und analogen Modellanalyse hinsichtlich der Messgenauigkeit oder der jeweiligen benötigten Zeit und Lernkurve festzustellen waren. Zudem sollte überprüft werden, ob Unterschiede zwischen den Dentitionen oder bei einzelnen Messwerten auftraten. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Wilcoxon-Tests für verbundene Stichproben. Bei der Genauigkeit der Messwerte zeigte sich ein inhomogenes Ergebnis mit teilweise signifikanten Differenzen bei einigen Parametern. Hinsichtlich der benötigten Zeit zeigt sich, dass die digitale Modellanalyse signifikant weniger Zeit in Anspruch nimmt als das analoge Vorgehen. Es war eine negativ exponentielle Abnahme der benötigten Zeit bei beiden Verfahrensweisen zu beobachten, was einer zu erwarteten Lernkurve bei einem Erstanwender entsprach. So zeigten sich insbesondere bei Prämolaren und Frontzähnen signifikante Unterschiede bei den gemessen Zahnbreiten. Auch die digital erhobenen Messwerte für die sagittale Frontzahnstufe waren signifikant höher als die analog erhobenen Messwerte, wobei bei der vertikalen Frontzahnstufe keine signifikanten Differenzen ermittelt werden konnten. Die analog erhobenen Messwerte der Stützzonen im Oberkiefer waren in beiden Gruppen signifikant höher als die digital erhobenen Messwerte, ebenso wie die vordere Zahnbogenbreite im Oberkiefer und die Länge des Oberkieferzahnbogens. Im Unterschied dazu waren die Messwerte der vorderen Zahnbogenbreite im Unterkiefer im digitalen Verfahren signifikant höher. Die Ergebnisse zeigten, dass die digitale Modellanalyse verglichen mit der analogen Vorgehensweise deutlich zeiteffizienter ist und somit ein sinnvolles Instrument für den klinischen Einsatz darstellen kann. Hinsichtlich der Genauigkeit kommt es aber zu teilweise signifikanten Unterschieden, welche bei der klinischen Anwendung beachtet werden sollten.
The following study compares the digital and analogue procedure for orthodontic cast analysis. The investigations were carried out on plaster casts of n=50 patients receiving orthodontic treatment at Saarland University Hospital, whereby a distinction was made between models of the mixed dentition and the permanent dentition (mixed dentition n=25, permanent dentition n=25). Various distances were measured digitally and analogue. The ‘Befundbogen für den Kursus der kieferorthopädischen Behandlung I/II’ from the Saarland University Hospital served as a reference for the values to be determined. Furthermore, the required time was measured. The aim of this study was to evaluate differences regarding accuracy of measurements, required time and learning curve, moreover differences between the dentitions or in certain measurements. The statistical analysis was carried out using the Wilcoxon test. The accuracy of the measured values showed an inhomogeneous result with significant differences in some parameters. Regarding the required time, the digital model analysis took significantly less time than the analogue procedure. A negative exponential decrease in the time required was observed for both methods, which corresponded to the expected learning curve for a first-time user. For example, there were significant differences in the measured tooth widths, particularly for premolars and incisors. The digital measurements for the overjet was also significantly higher than the analogue measured values, although no significant differences could be found out for the overbite. The analogue measurements of the premolar and canine region in the maxilla were significantly higher in both groups than the digital measurements, as well as the anterior dental arch width of the maxilla and the length of the maxillary dental arch. The measurements of the anterior dental arch width in the lower jaw were significantly higher when measured digitally. The results showed that digital model analysis is significantly more time-efficient than the analogue method and can therefore be a useful tool for clinical use. However, there are some significant differences in terms of accuracy, which should be taken into account in clinical application.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-467819
hdl:20.500.11880/41031
http://dx.doi.org/10.22028/D291-46781
Erstgutachter: Lisson, Jörg
Tag der mündlichen Prüfung: 19-Jan-2026
Datum des Eintrags: 28-Jan-2026
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Professur: M - Prof. Dr. Jörg Lisson
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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