Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-46708
Titel: Vorhersagbarkeit der postoperativen Schmerzhaftigkeit durch präoperative digitale Fingerdruckmessungen an einem Patientenkollektiv zu proktochirurgischen Eingriffen
VerfasserIn: Banyte-Stankeviciene, Agne
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2025
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Postoperative Schmerzen bleiben ein bedeutendes Problem im Bereich der medizinischen Versorgung. Die Identifizierung von Risikofaktoren sowie die Entwicklung geeigneter instrumenteller Ansätze zur Vorhersage postoperativer Schmerzen könnten das postoperative Schmerzmanagement erheblich verbessern. Solche Fortschritte würden nicht nur Komplikationen reduzieren, sondern auch die Lebensqualität und Zufriedenheit der Patienten steigern und gleichzeitig die Behandlungskosten senken. Laut der Literatur kann die generalisierte Schmerzempfindlichkeit durch quantitative sensorische Tests (QST) beurteilt werden. Diese nicht-invasive Methode misst die Reaktionen der Teilnehmer auf kontrollierte externe Reize, wie Vibration, Druck oder Temperatur, und dokumentiert systematisch Veränderungen im Nervensystem, insbesondere im nozizeptiven System. Dadurch lassen sich individuelle Schmerzempfindlichkeit präzise bestimmen. Ein Zusammenhang zwischen QST und postoperative Schmerzen bestehen darin, dass Patienten mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit möglicherweise ein höheres Risiko für postoperative Schmerzen aufweisen. Die Anwendung quantitativer sensorisches Tests zur Vorhersage des postoperativen Schmerzempfindens in der anorektalen Chirurgie wurde in der bestehenden Literatur bislang wenig beobachtet und erforscht. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde ein elektronisches Testverfahren (J-Tech Commander Algometer Baseline 1200-304 (Push-Pull Force Gauge®) zur Messung der perioperativen Fingerdruckschmerzsensibilität bei 150 proktochirurgischen Patienten etabliert. Das Spektrum der Eingriffe umfasste Hämorrhoiden, Analfisteln, Analtumoren, Anal- und Mukosaprolapse, Analabszesse und Analfissuren. Die Schmerzsensibilität der Beeren des linken und rechten Kleinfingers wurde getestet, wobei jeder Finger dreimal untersucht wurde. Bei allen Patienten wurde der Schmerzlevel mittels VAS präoperativ sowie an den Tagen 1 und 3 nach der Operation, sowie während der Wiedereinbestellung in Woche 4 erfragt und eine Algometertestung vorgenommen. In dieser Studie wurde ein signifikanter Zusammenhang zwischen der präoperativen Fingerdruckmessung und der frühen postoperativen Schmerzsensibilität festgestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Druckschmerztoleranz vor der Operation mit geringeren Schmerzen der Patienten am ersten und dritten postoperativen Tag verbunden ist. Diese Erkenntnisse sind besonders bemerkenswert, da sie darauf hinweisen, dass präoperative Bewertungen wertvolle Informationen über den postoperativen Schmerzverlauf liefern können. Der statisch signifikante Zusammenhang (p <0,0001) verdeutlicht die Relevanz dieser Messungen für die Schmerztherapie. Interessanterweise verschwand dieser Effekt nach vier Wochen, was darauf hinweist, dass andere Faktoren die Schmerzwahrnehmung im späteren Verlauf beeinflussen könnten. Insgesamt zeigt die Studie, dass die präoperative Fingerdruckmessung ein nützliches Instrument zur Prognose der postoperative Schmerzbewältigung darstellt und zur gezielten Optimierung der Schmerztherapie beitragen kann.
Postoperative pain remains a significant issue in the field of medical care. Identifying risk factors and developing appropriate instrumental approaches to predict postoperative pain could greatly enhance pain management after surgery. Such advancements would not only reduce complications but also improve patients' quality of life and satisfaction while simultaneously lowering treatment costs. According to the literature, generalized pain sensitivity can be assessed through quantitative sensory testing (QST). This non-invasive method measures participants' responses to controlled external stimuli such as vibration, pressure, or temperature, and systematically documents changes in the nervous system, particularly in the nociceptive system. This allows for precise determination of individual pain sensitivity. A connection between increased pain sensitivity and postoperative pain suggests that patients with heightened sensitivity may have a higher risk of experiencing postoperative pain. However, the application of quantitative sensory testing to predict postoperative pain in anorectal surgery has been minimally observed and researched in existing literature. As part of this study, an electronic testing procedure using the Tech Commander Algometer Baseline 1200-304 (Push-Pull Force Gauge) was established to measure perioperative finger pressure pain sensitivity in 150 patients undergoing proctological surgery. The range of procedures included hemorrhoids, anal fistulas, anal tumors, anal and mucosal prolapse, anal abscesses, and anal fissures. The pain sensitivity of the distal pads of the left and right little fingers was tested, with each finger being examined three times. The pain level was assessed preoperatively as well as on days 1 and 3 postoperatively, and during follow-up in week 4, using the Visual Analog Scale (VAS), in addition to conducting algometer testing. In this study, a significant correlation was found between preoperative finger pressure measurement and early postoperative pain sensitivity. The results indicate that higher pressure pain tolerance before surgery is associated with lower pain levels in patients on the first and third postoperative days. These findings are particularly noteworthy as they suggest that preoperative assessments can provide valuable information about the postoperative pain trajectory. The statistically significant correlation (p < 0.0001) highlights the relevance of these measurements for pain management. Interestingly, this effect disappeared after four weeks, suggesting that other factors may influence pain perception in the later stages. Overall, the study demonstrates that preoperative finger pressure measurement is a useful tool for predicting postoperative pain management and can contribute to the targeted optimization of pain therapy.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-467085
hdl:20.500.11880/41088
http://dx.doi.org/10.22028/D291-46708
Erstgutachter: Doll, Dietrich
Tag der mündlichen Prüfung: 19-Jan-2026
Datum des Eintrags: 9-Feb-2026
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Chirurgie
Professur: M - Prof. Dr. Matthias Glanemann
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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