Bitte benutzen Sie diese Referenz, um auf diese Ressource zu verweisen: doi:10.22028/D291-46684
Titel: Einfluss der Interglutealfalten-Anatomie sowie von Lifestyle-Faktoren auf das Auftreten des Pilonidalsinus: Ein Vergleich zwischen PSD-Patienten und der norddeutschen Normalbevölkerung
VerfasserIn: Bari, Layla
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2025
Erscheinungsort: Homburg/Saar
DDC-Sachgruppe: 610 Medizin, Gesundheit
Dokumenttyp: Dissertation
Abstract: Die Inzidenz der Pilonidalsinuserkrankung nimmt in den sogenannten Industrieländern stetig zu und die Gründe dafür sind bisher noch nicht bekannt.1,2 Die Pathogenese der Erkrankung wird in dem Eindringen von Haarfragmenten, vom Hinterkopf stammend, in die kraniale Interglutealfalte zurückgeführt.3,4 Ziel dieser Arbeit war es herauszufinden, ob die Interglutealfaltentiefe bei Pilonidalsinuspatienten signifikant tiefer ist als bei gesunden Vergleichsprobanden. Um diese Frage beantworten zu können, wurde zunächst eine Messmethode entwickelt, die die Gesäßkontur und die Tiefe und Länge der Interglutealfalte standardisiert misst und somit vergleichbar macht. Bei der Entwicklung der Messmethode wurde, inspiriert durch Akinci (2009), eine Messschieblehre aus Carbon als Messinstrument zur Hilfe genommen. Anhand fünf definierter Messstellen entlang der Interglutealfalte wurde die Tiefe der Glutealfalte gemessen. Startpunkt der Messstellen war der Messpunkt „a“, der den kranialen Beginn der Interglutealfalte darstellt und der letzte Messpunkt „e“, war definiert als Messpunkt auf Anushöhe. Messpunkte „b“, „c“ und „d“ befanden sich, jeweils im Viertellängenabstand, zwischen den Punkten a und e. Die Messung des Abstands a-e ergab die Länge der Interglutealfalte. Für eine genauere Erfassung der Beckenkontur wurden zusätzlich noch der Abstand der beiden Cristae iliacae (C-C) sowie der Abstand von der Mitte dieser Linie zur Öffnung der kranialen Interglutealfalte (C-C-O) gemessen. Zusätzlich zu den allgemeinen Daten wurden bei den Messungen die Körpergröße, das Gewicht sowie der Taillen- und Hüftumfang erfasst. Des Weiteren wurden Daten zur sportlichen Aktivität erhoben. Insgesamt wurden 200 untersuchte Personen, davon 106 gesunde Probanden und 94 PSDPatienten, eingeschlossen, befragt und vermessen. In dieser Arbeit konnte kein statistisch signifikanter Unterschied in der Anatomie der Interglutealfalte zwischen den PSD-Patienten und der Vergleichsgruppe festgestellt werden. Der tiefste Punkt entlang der Interglutealfalte befand sich stets auf Höhe des Anus. Bei den PSD-Patienten lag der höchste Wert der Interglutealfaltentiefe auf Anushöhe bei 65,1 ± 10,3 mm und bei den gesunden Vergleichsprobanden bei 59,0 ± 10,4 mm. Die Analyse ergab einen p-Wert von 0,9, was keinen statistisch signifikanten Unterschied erkennen ließ. Auch die Messungen der Interglutealfaltenlänge (IGFL) sowie des C-C- und C-C-O-Abstands, die zur Bestimmung der Kontur des Gesäßes und des lumbo-sakralen Bereiches durchgeführt wurden, zeigten keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Patienten mit und ohne Pilonidalsinuserkrankung. 8 Anhand der Ergebnisse dieser Arbeit mit insgesamt 200 Probanden ließ sich die Aussage treffen, dass weder die Tiefe und Länge der Interglutealfalte noch der Abstand C-C und C-CO einen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der Pilonidalsinuserkrankung haben. Ein hoher Body-Mass-Index konnte ebenfalls als prädisponierender Faktor nicht bewiesen werden. Die Annahme, dass die in dieser Arbeit entwickelte Methode zur Messung und Objektivierung der Gesäßkontur zur Früherkennung von Risikopatienten etabliert werden könnte, ließ sich daher nicht bestätigen.
The incidence of pilonidal sinus disease is steadily increasing and the reasons for this are still unknown. The pathogenesis of the disease is attributed to the penetration of hair fragments, originating from the back of the head, into the cranial intergluteal fold depth. The aim of this study was to find out whether the intergluteal fold depth is significantly deeper in pilonidal sinus patients than in healthy comparison subjects. In order to answer this question, a measurement method was first developed that measures the buttock contour and the intergluteal fold depth and thus makes them comparable. Inspired by Akinci (2009), a caliper gauge was used as a measuring instrument in the development of the measurement method. The depth of the gluteal fold was measured using five defined measuring points along the intergluteal fold. The starting point of the measuring points was the measuring point "a", which represents the cranial beginning of the fold and the last measuring point "e", defined as the measuring point at anus level. Measuring points "b", "c" and "d" were located between points a and e, each at a quarter-length distance. For a more precise measurement of the pelvic contour, the distance between the two iliac cristae (C-C) and the distance from the center of this line to the opening of the cranial crease (C-CO) were also measured. In addition to the data described above, height, weight, as well as waist and hip circumference were also collected at the time of measurements. Furthermore, data on physical activity in connection were evaluated and analyzed. A total of 200 people were examined, 106 of whom were healthy subjects and 94 PSD patients, and compared with each other. The data was then pseudonymized in an Excel spreadsheet and examined for errors using pivot tables. Statistical analyses and graphical representations were carried out using the GraphPad program. In this study, it was shown that the intergluteal fold depth has no statistically significant influence on the development of pilonidal sinus disease. The deepest point along the intergluteal fold was always at the level of the anus. In the PSD patients, the value of the intergluteal fold depth at anus level was 65.1 mm and in the healthy comparison subjects it 9 was 59.0 mm. This resulted in a p-value of 0.9. The C-C and C-C-O measurements, which were also carried out to determine the contour of the buttocks and the lumbo-sacral region, also showed no statistically significant correlation with the presence of pilonidal sinus disease. Based on the results of this study with a total of 200 test subjects, it can be concluded that the buttock contour, in relation to the intergluteal fold depth, the C-C and C-C-O distance, has no influence on the probability of the occurrence of pilonidal sinus disease. A high bodymass- index could also be refuted as a predisposing factor in our cohort. The idea of establishing a method for measuring and objectifying the pelvic contour as an early detection method for patients at risk of PSD disease was therefore not successful.
Link zu diesem Datensatz: urn:nbn:de:bsz:291--ds-466843
hdl:20.500.11880/40939
http://dx.doi.org/10.22028/D291-46684
Erstgutachter: Doll, Dietrich
Tag der mündlichen Prüfung: 4-Dez-2025
Datum des Eintrags: 6-Jan-2026
Fakultät: M - Medizinische Fakultät
Fachrichtung: M - Chirurgie
Professur: M - Prof. Dr. Matthias Glanemann
Sammlung:SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes

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