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doi:10.22028/D291-47950 | Titel: | Soziale und personelle Einflussfaktoren auf unehrliches Verhalten |
| VerfasserIn: | Leisge, Kai |
| Sprache: | Deutsch |
| Erscheinungsjahr: | 2025 |
| DDC-Sachgruppe: | 796 Sport |
| Dokumenttyp: | Dissertation |
| Abstract: | Die vorliegende Dissertation widmet sich der Frage, durch welche sozialen und psychologischen Determinanten unehrliches Verhalten beeinflusst wird und welche Rolle soziale und personale Faktoren dabei spielen. Aufbauend auf soziologischen, sozialpsychologischen und ökonomischen Ansätzen untersucht sie, wie Individuen in unterschiedlichen Kontexten Entscheidungen zwischen ehrlichem und unehrlichem Handeln treffen. Unehrlichkeit wird dabei als intendierte Normverletzung verstanden, die auf der bewussten Falschdarstellung der eigenen Leistung basiert. Ziel der Arbeit ist es, bestehende Forschungslücken zu schließen, indem individuelle Verhaltensdaten, wiederholte Messungen und differenzierte experimentelle Designs kombiniert werden, um sowohl personale als auch kontextuelle Einflüsse präzise erfassen zu können. Methodisch innovativ ist die Trennung zwischen der Entscheidungsebene, ob unehrliches Verhalten gezeigt wird, und der Intensitätsebene, also in welchem Ausmaß es auftritt. Die Dissertation vereint fünf empirische Beiträge, die unterschiedliche Facetten unehrlichen Handelns beleuchten. Die Ergebnisse zeigen, dass unehrliches Verhalten über verschiedene Aufgaben hinweg weitgehend stabil bleibt, jedoch die drei Typen der Self-Licensing Theorie auftreten. Personen sind entweder durchgehend ehrlich, durchgehend unehrlich oder passen ihre moralischen Entscheidungen situativ variabel an. Anonymität und Online-Umgebungen erhöhen Unehrlichkeit signifikant, während physische Präsenz und Beobachtung sie deutlich reduzieren. Männer handeln in anonymen Online-Kontexten häufiger unehrlich als Frauen, während diese Unterschiede in Präsenzbedingungen verschwinden. Wiederholte Gelegenheiten steigern Unehrlichkeit mit der Zeit. Verlust- oder Gewinnformulierungen zeigten keinen signifikanten Einfluss, was die universelle Gültigkeit der Prospect Theory bezogen auf unehrliches Verhalten infrage stellt. Die Dissertation leistet damit einen interdisziplinären Beitrag zur Erforschung moralischen Handelns, indem sie zeigt, dass unehrliches Verhalten weder ausschließlich durch ökonomische Kosten- Nutzen-Abwägungen noch durch stabile Persönlichkeitsmerkmale erklärbar ist. Vielmehr entsteht es im Zusammenspiel von moralischer Selbstregulation, normativer Bindungskraft und sozialer Einbettung. Trotz begrenzter externer Validität der experimentellen Designs liefert sie wertvolle Erkenntnisse über die Bedingungen, unter denen Menschen Normen verletzen oder ihnen treu bleiben, und eröffnet damit neue Perspektiven für die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit der sozialen und psychologischen Grundlage menschlicher Ehrlichkeit. |
| Link zu diesem Datensatz: | urn:nbn:de:bsz:291--ds-479509 hdl:20.500.11880/41996 http://dx.doi.org/10.22028/D291-47950 |
| Erstgutachter: | Schäfer, Sabine |
| Tag der mündlichen Prüfung: | 27-Mai-2026 |
| Datum des Eintrags: | 10-Jun-2026 |
| Fakultät: | HW - Fakultät für Empirische Humanwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft |
| Fachrichtung: | HW - Sportwissenschaft |
| Professur: | HW - Prof. Dr. Sabine Schäfer |
| Sammlung: | SciDok - Der Wissenschaftsserver der Universität des Saarlandes |
Dateien zu diesem Datensatz:
| Datei | Beschreibung | Größe | Format | |
|---|---|---|---|---|
| Leisge, Kai (2026), Soziale und personelle Einflussfaktoren auf unehrliches Verhalten.pdf | Hauptband | 9,38 MB | Adobe PDF | Öffnen/Anzeigen |
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